Meine erste Mitteldistanz… Seit dem 30. Oktober 2017 habe ich für dieses Event trainiert – insgesamt 31 Wochen mit 1975,98 km auf der Rolle, 1173,09 km Laufen, 803,31 km auf dem Rad, 98,05 km Schwimmen und 16 Stunden Athletiktraining.
Den größten Respekt hatte ich vor der Schwimmdistanz – 1,9 km im Kanal. Aber diesmal wollte ich es ganz ruhig angehen und war 2 Tage vorher noch einmal im Hallenbad und schwamm die 1900 Meter ganz gemütlich in 40 Minuten – und genauso wollte ich auch im Kanal schwimmen.
Am Abend vorher habe ich alles gepackt, so dass ich am morgen gemütlich frühstücken konnte und dann rechtzeitig losgefahren bin. Unsere Startgruppe (mein Bruder war ja dabei) sollte um 11:45 Uhr starten – die zweite von drei Startgruppen. Ich traf mich mit meinem Bruder gegen 09:00 Uhr um in Ruhe die Startunterlagen abzuholen.
![IMAG0958[1]](https://dercolonellaeuft.com/wp-content/uploads/2018/06/imag09581-e1529055999836.jpg?w=636)
Nachdem wir in die Wechselzone eingecheckt hatten blieb noch genügend Zeit zum shoppen… Ja richtig gelesen… wir waren shoppen. Wir haben uns jeweils einen neuen Einteiler mit Ärmel gekauft… Die Verlockung an so einem Wettkampftag bei all den Ständen war heute zu groß…:-)
Die Wettkampfbesprechung war mit viel Humor versehen und bis dato die lustigste die ich je mitgemacht habe – aber danach wurde es ernst… Den Neo angezogen und ich war froh das es nicht so heiß war. Wir sind runter zum Schwimmstart und ich war total aufgeregt – Puls von über 90. Ab ins Wasser und definitiv aus der Mitte fern bleiben – bloß nicht in die sogenannte Waschtrommel. Meine Taktik: alle schwimmen los und ich danach erst… und so habe ich es auch gemacht.
Ruhig und konzentriert habe ich mit Kraulen angefangen – hinter allen hinterher, ein paar rechts von mir, ein paar links von mir. Allerdings war ich ein bisschen zu schnell und so wurde es doch voll. Um Tempo raus zunehmen habe ich mal wieder in den Bruststil gewechselt… und blieb da auch erstmal… Zwischendurch immer wieder Kraulen, aber die Strecke kam mir auch so endlos lange vor. Meine Schwimmbrille war beschlagen und die Wendeboje war nicht in Sicht. Im Kraulen hatte ich das Gefühl als würde mich mein Neo in der Bewegungsfreiheit einschränken – oder es war mal wieder Kopfsache das ich schnell das Gefühl der Erschöpfung hatte… dann kam endlich die Wendeboje und die Hälfte war geschafft. Auf den Rücken gedreht zum Brille Putzen und es ging Abwechselnd Brust und Kraul zum Ende der Schwimmstrecke.

Geschafft – der Ausstieg war da, ein kurzer Blick auf die Uhr: 44 Minuten – das kam vom Brust, egal… jetzt geht es aufs Rad. Die Schwimmstrecke war geschafft und lag jetzt hinter mit.
Ein langer Weg von der Schwimmstrecke zur Wechselzone – aber endlich angekommen konnte ich den Neo ausziehen. Füße trocknen und Radschuhe an – mein Rad stand schon ziemlich alleine da, und nach über 4 Minuten raus aus der Wechselzone.
Nach einem kräftigen Schluck aus der Flasche runter in die Aeroposition und wie im Training Kette „Rechts“. Die Pace war gut und so ging es raus aus Hannover. Trotz des schwachen Windes hatte ich wieder das Gefühl das der Gegenwind mich irgendwie bremst… aber es war ein Rundkurs, der kommt auch irgendwann von hinten. Die B65 Richtung Göxe zog sich allerdings schleichend bergauf, eh es in Stemmen wirklich bergauf ging – es galt den Stemmer Berg zu überwinden. Danach dann mit Vollspeed bergab und wieder Richtung Hannover…

Richtung Hannover war eine sehr gute Strecke mit Geschwindigkeiten um die 40 km/h… und in Hannover selber war die Stimmung voll geil… das hat richtig Spaß gemacht. Erste Runde war rum und es ging auf die zweite… Verpflegungsstation mit Flaschen-Weitwurf und neue Flasche aufgenommen… Ich habe pro Runde ein Gel zu mir genommen und eine Flache getrunken. Ich war mit meiner Speed zufrieden – wurde überholt, konnte aber auch selber gut überholen. Die erste Hälfte der Runde Richtung Göxe war immer anstrengender als der Rückweg nach Hannover. Pro Runde wurde mein Schnitt langsamer und ich kam mit knappen 2h44 wieder zurück zur Wechselzone. Das war ein ein 33er Schnitt und für mich völlig ausreichend. Mein Bruder hatte zwar einen Schnitt um die 37, aber da fehlt mir noch die Power… jetzt galt es erstmal noch einen Halbmarathon zu laufen.
Zu Beginn der Strecke, ich glaube so bei Km 3 oder 4 kam mir mein Bruder entgegen und ich dachte mir nur: Alter… was haben die dem denn in den Kaffee getan? Da war mir klar, dass er ziemlich schnell unterwegs gewesen sein muss… Von wegen ich muss im Ziel auf ihn warten. Ich versuchte die Pace um die 5min zu halten. Meine Zielzeit waren 1h45 und das sollte auch klappen. Ohne Probleme lag die Pace unter 5min… Es war ziemlich voll auf der Laufstrecke und alle paar Kilometer gab es Verpflegungsstationen. Das war auch gut, so konnte man immer seine Energie auffüllen… mit ISO, Cola oder Gels. Die Laufstrecke war jetzt nicht die schönste, aber es hat Spaß gemacht – nur meinen Bruder habe ich nicht mehr wieder gesehen. Letzte Runde – das letzte Drittel zog sich schon etwas in die Länge – aber das Ziel war in Sicht… Die Zeit passte und meine angestrebte Zeit von 5:30 Stunden sollte ich deutlich unterbieten. Mit einem entspurt und einem Luftsprung auf der Ziellinie habe ich mit 5:21:14 Stunden meine erste Mitteldistanz zu Ende gebracht.

Mein Bruder hatte bereits gute 25 Minuten auf mich gewartet – aber das war mir egal. Ich war froh und glücklich über meine Leistung. So waren wir beide glücklich und hatten einen schönen Tag…
Das wird bestimmt nicht meine letzte Mitteldistanz gewesen sein, dafür hat mir der gesamte Wettkampf zu viel Spaß gemacht… ja – im Rückblick auch das Schwimmen.