Nachdem ich mir bis auf den letzten Tag Zeit gelassen hatte mit der Überweisung des Startgeldes – wollte ich wohl doch nicht antreten? – hatte ich mir dann aber gesagt: „Ich wollte den Lauf laufen, dann laufe ich auch – was soll’s,.. manchmal muss man es einfach tun…“
Also bin ich eigentlich wie immer viel zu früh los gefahren, um die Startunterlagen vor dem Lauf abzuholen. Ich kannte die Parkplatzsituation vor Ort in Wernigerode nicht und wollte alles ruhig angehen. Gut – ich war so früh da das ich noch eine dreiviertel Stunde im Auto dösen konnte. Ich war um 4 Uhr morgens aufgestanden… Egal – ich hatte gut gefrühstückt und war rechtzeitig da und jetzt auch voller Vorfreude auf den Lauf. Die Organisation war Top, Gepäck für Nordhausen hatte ich abgegeben und bin mit anderen Läufern hoch zum Startpunkt gegangen.

Das Wetter war an diesem Tage prima… sonnig und warm – von Regen keine Spur. Punkt 08:30 erfolgte der Startschuss und ich versuchte so weit wie möglich vorne zu starten. Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass die ersten Bergpassagen ziemlich eng sein sollten. Aber generell galt an diesem Tag: nur nicht zu schnell laufen. Bergauf war das auch Anfangs kein Problem, da es relativ voll war – bergab ging es ziemlich zügig. Die Beine laufen lassen und nicht abbremsen… da waren schnell Zeiten von um die 4 min pro km drin.
Das Feld zog sich auseinander und die Berge ging es rauf und wieder runter… Auf den unterschiedlichsten Untergründe ging es zur ersten Verpflegungsstation bei km 10. Da gab es alles was das Läuferherz begehrt… TOP. Von geschmierten Broten, über Salzgebäck, ISO, Cola, Wasser… einfach alles – da blieb man gerne stehen zum auftanken. Dennoch war ich froh meinen Trinkrucksack dabei zu haben.
So um den Km 17 -19 verlor meine Polar das GPS Signal und ich dachte mir: das ist doch nur der Harz und nicht das Ende der Welt… Mir ging es gut und auch bergauf war noch alles OK. Der nächste VP bei km 22 war ebenso üppig bestückt, sodass es gut gestärkt weiterging. Nach ein paar mal hoch und runter auf weichem Rasen ging es nach dem 3. VP bei km 33 lange bergab. Das war ein sehr schönes und schnelles Stück. Aber zur Harzquerung scheint wirklich jeder Berg zu gehören… ich glaube es wurde kein Berg ausgelassen und so ging es auch wieder bergauf… jetzt konnte ich aber langsam nicht mehr und bin ins gehen übergegangen – dieser Berg zog sich über 4 bis 5 km bergauf. Oben angekommen konnte man sich aber über den VP 4 bei km 40 freuen. Der war genau richtig platziert. Nach kurzen und netten Gesprächen ging es ca. für 4 km bergab… und das war mindestens genauso Anstrengend wie das bergauf. Ich bin eigentlich davon ausgegangen das der VP auf dem Berg der letzte gewesen war, aber es kam bei km 45 noch einer… und das war auch gut so, denn die letzten km zogen sich immer mehr und mein Rucksack war leer… auch die Sonne brannte immer mehr.
Die letzen Pfade waren für mich die schlimmsten, kaum ein Strecke mit einem richtigen Weg, ging es an Feldern vorbei Richtung Nordhausen. Die letzen Meter zum Sportplatz und ich habe nochmal einen kleinen Sprint hingelegt und kam nach 5:06:41 über das Ziel und mein erster Gedanke war: „WARUM? – Warum macht man das…?“ Nachdem ich aber min 2 Liter trank fühlte ich mich wieder erstaunlich gut.

Die ganze Organisation war Top, ich konnte im Ziel noch duschen und nahm den ersten Bus Richtung Wernigerode. Und ich glaube das war der Anstrengendste Teil des Ultralaufes… die Luft war stickig, der Bus bis auf den letzen Platz voll und mein Trinken leer – der Bus fuhr eine gefühlte Ewigkeit… eine ganze Stunde waren wir unterwegs, da wurde mir erst klar, wie viel wir gelaufen waren.
Die Lust auf weitere Ultramarathons ist auf jeden Fall da und ich freue mich auch schon auf den Heide-Ultra… denn dieser hat dann kein 1200 Höhenmeter:-)