Laufbericht 21. Panorama Marathon

Doppeldecker – dieses Wochenende sollte es also losgehen. 09:45 Uhr war Treffen an dem Gasthaus Ziegenbuche in Bad Münder für den 21. Panorama Marathon – welcher erst mein 2. Marathon und der erste mit reichlich Höhenmeter sein sollte, 680 Höhenmeter um genau zu sein. Davor hatte ich Respekt und wollte am Vorabend früh schlafen gehen – um 07:30 klingelt ja der Wecker. Ich bin aber schon um 7 Uhr aufgestanden nachdem ich die halbe Nacht nicht geschlafen hatte – keine Ahnung warum…!

Zum Frühstück gab es wie immer meine Müslimischung mit Nüssen, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Banane, Apfel, Quark und Jogurt – wie jeden Tag. Meine Tasche gepackt, mein Regenerationsdrink für danach gemixt und ab ins Auto zum Treffpunkt. Kurz nach mir kam auch schon mein Bruder.

Als Laufschuh habe ich mich aufgrund des Deisters für meinen Trailschuh Inov-8 Trailtalon 250 entschieden, indem ich bis jetzt aber erst 16 km als längste Distanz gelaufen bin – da bin ich mal gespannt. Generell sind meine längeren Laufeinheiten schon ziemlich lange her, die letzten 30iger hatte ich letztes Jahr im Sommer und dieses Jahr war mein längster Lauf um die 26 km.

Kurze Einweisung an der Getränkestation durch den Veranstalter Detlef, alias Running-Paule und schon ging es zum Aufstellen für ein Foto. Wir waren eine super nette Runde aus 17 Läuferinnen und Läufer – die meisten aus dem Club 100! Marathon Junkies – wo bin ich hier bloß gelandet, aber alle wirklich ganz nett. Der Marathon sollte nach einer kurzen Einführungsrunde über 8 Runden a ca. 5,2 km gehen. Ganz gemütlich ging es los und ich war heilfroh das keiner von Anfang an schnell gelaufen ist – alle hatten sich unterhalten und ich wollte erst mal schauen wie das Streckenprofil ist.

Doch auf der 1. Runde nach der Einführung war ich schnell weit vorne bei den Läufern – und eh ich mich versah lief ich ganz vorne mit Nicole an der Spitze. Von Nicole wusste ich nur, dass Sie reichlich Marathonerfahrung hat und bei Running-Paule auf der Webseite als schnellste Frau auf der anderen Marathonstrecke genannt wurde – aber das was wir gerade liefen war genau mein Wohlfühltempo – so um die 5:30. Allerdings sagte sie mir das gleich die sogenannte „Rampe“ kommt, ein steiler Anstieg mit anschließenden schleichenden Bergauf. Auf 400m ging es 40 Meter hoch und dann noch über weitere 1,2 km ca. 33 Meter bergauf ehe es wieder steil bergab gehen sollte. Dann waren wir auch schon mit der ersten Runde fertig und kamen an der Verpflegungsstation vorbei. Diese hatten wir aber links liegen gelassen und sind auf die 2. Runde gegangen. Die Aussicht auf dem ersten Teilstück war super – habe ich bei meinen Flachlandläufen so nicht – herrlich. Das zweite Teilstück ging bis zur Rampe gerade bis leicht abschüssig – war gut zu laufen. Dann wieder die Rampe hoch – oh Gott – das ganze 8 mal… Bei der Getränkestation machten wir diesmal kurz halt und es gab warmen Tee –  war super, das gab mir anscheinend einen Energiekick, nach einer kurzen Unterhaltung merkte ich das ich ein klein wenig schneller als Nicole war und lief jetzt alleine vorne weg. Der Abstand wurde auch von Runde zu Runde immer größer. Zwischenzeitlich hatte ich dann in der Spitzkehre zur Rampe einen anderen Läufer gesehen – aber: ich hatte auf Wettkampfmodus gestellt und dachte mir ich könnte hier als erster den Marathon schaffen. Eigentlich eine bekloppte Idee – ich als Anfänger – Bergauf sau anstrengend und das steile Stück bergab ging saumäßig auf die Oberschenkel. Das einzige was an dem Bergab schön war, war die Aussicht ins Tal mit der immer stärker durchdringenden Sonne. Aber irgendwann in der Runde 5 sah ich keinen mehr hinter mir. Auch beim Verpflegungspunkt war ich alleine uns sah beim Weiterlaufen keinen hinter mir kommen. Aber es waren noch drei Runden… und ich merkte das meine Schuhe noch nicht zu 100% Eingelaufen sind. Auf der vorletzten Runde musste ich bei der Rampe gehen, da der Schuh stark an meiner Ferse drückte. Auch vergaß ich meine Brustwarzen, keine Pflaster und ich merkte nach und nach das mein Laufshirt mir schmerzen verursachte – oh Mann, Anfängerfehler dachte ich und überlegte wie ich das durchhalten konnte. Als Lösung steckte ich meine Handschuhe unter meinen Brustgurt der Pulsmessung, so hatte das Laufshirt ein wenig Abstand zu meinen Brustwarzen – hat geklappt, nichts hat mehr gescheuert.

Das steile Stück bergab wurde immer mehr zur Qual und meine Oberschenkel brannten jedes mal. Letzte Runde… noch einmal alles genießen – gleich ist der Marathon als 1. geschafft. Im Ziel angekommen stand mein Bruder schon da und meinte nur das ich bekloppt sei – er hat nach Runde 7 aufgehört. Mit einer Zeit von 4:02:52 hatte ich meinen ersten Marathon im Wald mit Höhenmetern absolviert… aber morgen sollte ja noch einer folgen… hätte ich vielleicht langsamer sein sollen – Nein! Das fühlte sich gut an. Eine knappe viertel Stunde später kamen dann meine Verfolger ins Ziel und gratulierten. Die Atmosphäre mit den anderen Läufern war einfach nur Klasse – auch wenn ich mir von Detlef den Spruch anhören durfte: „Da läuft der das erste Mal mit und gewinnt auch gleich“

Abschluss des gelungenen Tages war dann die Siegerehrung im Gasthaus bei Kuchen, netten Gesprächen und einen alkoholfreien Weizen… Ich freute mich auf morgen – auch wenn meine Beine zu dieser Zeit anderer Meinung waren.

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