Laufbericht Marathon Hannover

Der große Tag kam und ich wollte wieder mit der Bahn nach Hannover fahren. Diesmal musste ich aber auf Grund der Bahnverbindung mit dem Fahrrad zum nächsten Bahnhof fahren, da die Zuglinie welche zeitlich passte nicht bei mir fuhr. Unterwegs bekam ich einen Anruf von meinem Bruder, er stand in Haste fest – Zugausfall. Er wird es wohl nicht zum Start schaffen. So ein Scheiß… das ganze Training für die Katz? Ich bin also alleine zum Startplatz und habe mich fertig gemacht, meine Klamottenbeutel an den LKW’s abgegeben und auf meinen Bruder gewartet. Zwischendurch hatte ich eine WhatsApp bekommen das er bei irgendjemanden im Auto sitzt und es doch noch schaffen könnte. Gerade als ich zum Start gehen wollte kam er gerade noch rechtzeitig.

Es war, wie immer beim Marathon in Hannover, ein sonniger Tag und diesmal hatten wir uns entscheiden kurz zu laufen. Beide im selben Outfit – aber es war zu dieser frühen Zeit noch echt Arschkalt… aber wir wollte ja 42,195 km laufen – da wird es bestimmt noch wärmer 🙂

Meine Polar hatte ich auf eine Pace von 5:09 min eingestellt, die erste Hälfte wollte ich so um 5:12 min laufen, dann eine Abschnitt von 10 km so knapp über 5 Minuten und den Schluss dann mit ca. 5:07 min. Das war meine Taktik um die 3:38 Stunden zu schaffen und diesmal wollte ich mich auch dran halten den ersten Abschnitt langsamer zu laufen.

Startschuss – es geht los! 42,195 km liegen jetzt vor uns und ich trennte mich wieder relativ schnell von meinem Bruder. Immer wieder ein Blick auf die Uhr – langsamer laufen… Aber diesmal gelang es mir mich an meine Vorgaben zu halten. Die ersten km lag ich so bei 5:08 bis 5:16. Kurz vor Km 8 musste ich dann in den Busch abbiegen, Pinkelpause – man… habe ich eine schwache Blase. Hoffentlich bleibt es bei dieser einen Unterbrechung. Auf der Hildesheimer Straße war es dann wieder schwer die Pace zu halten, da ich bei dieser guten Stimmung wieder schneller laufen wollte. Nach 15 km habe ich dann die Pace erhöht – ich wollte einfach schneller laufen. Die Stimmung, das Wetter, einfach alles war richtig geil. An den Getränkestationen bin ich wieder vorbei gelaufen, ich hatte ja meinen Trinkrucksack dabei. Auch wenn das Blöd auf einen Stadtlauf aussieht, ist es dennoch Luxus zu trinken wann man will – im übrigen hatte ich meine eigene Mischung aus Tee, Malto und eine Messerspitze Salz hinten drin.

Meine Pace ging deutlich unter die 5 Minuten und ich sah auf meiner Polar das ich mir im mittleren Streckenabschnitt eine Polster zu meiner angestrebten Zeit erlaufen hatte – und das war auch gut, denn der Rest sollte noch ziemlich lang werden. Ab Km 30 habe ich das Tempo wieder raus genommen – nicht unbedingt freiwillig, denn ich merkte das das noch ein hartes Stück Arbeit wird.

Das Stück an den Herrenhäuser Gärten war fies, denn ich wusste wie lang die Straße zum Eingang der Gärten war und man konnte im Garten die weitere Laufstrecke sehen. Demnach wusste ich das es noch lang wird. Die ganzen letzten Kilometer zogen sich wie Kaugummi – die Pace ging runter. Jede Kurve war so endlos weit weg, der Rucksack fast leer. Stehenbleiben kam mir in den Sinn, die Idee aber gleich wieder verworfen. Die Zeit schien immer langsamer zu vergehen, die Beine wurden schwerer und taten weh… Jetzt war es nur noch Kopfsache das Ding nach Hause zu laufen. Endlich kam ich auf die Zielstraße… ich habe die letzten Kräfte mobilisiert, aber die Pace kam nicht mehr über eine 5:20 hinaus. Mein Zeitpolster schrumpfte langsam aber sicher – aber es war jetzt nicht mehr weit. Letzte Kurve und das Ziel vor Augen. Endlich – über die Ziellinie und 3:37:15 war das offizielle Ergebnis.

Erst war ich total Platt aber nachdem ich noch kurz ausgelaufen bin ging es mir wieder erschreckend gut… aber ich musste lange auf meinen Bruder warten. 4 Stunden hatte er sich vorgenommen – aber es sollten über 4 Stunden werden bis er ins Ziel kam.

Dank des guten Trainingsplans hatte ich meinen ersten Marathon erfolgreich absolviert. Der Dank dafür war in den nächsten Tage ein heftiger Muskelkater in den Beinen, welcher mich Zwang Treppen rückwärts runter zu gehen.

 

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