Wettkampfbericht olymipische Distanz in Altwarmbüchen

So – nun war es endlich so weit. Nachdem ich am Vorabend meine Kiste gepackt habe, die Nacht kaum geschlafen habe, noch gut gefrühstückt habe, holte mein Bruder mich morgens ab.

Ich war so aufgeregt… und im Radio lief die Coververion von Sounds of Silent. Ein geiles Lied und das beste Cover was ich kenne – dieses Lied wird mir immer für Altwarmbüchen in Erinnerung bleiben.

Wir holten die Startunterlagen ab und schauten uns in Ruhe alles an. Die Schwimmstrecke konnte man anhand der Bojen gut erkennen und scheiße… sah das Weit aus. In meinem Waldsee hatte ich nur eine Länge von ca. 250m gehabt – aber das hier sah echt weit aus. Und das ganze zweimal – da bekam ich Respekt vor den 1500 Meter.

Gut – ein zurück gab es eh nicht mehr, also haben wir in die Wechselzone eingecheckt und unseren Platz hergerichtet. Ich schaute immer genau was mein Bruder macht – er hatte ja mehr Erfahrung. Handtuch, Radschuhe, Puder in die Laufsocken und so weiter…

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Einpaar mal noch aufs Klo und mein Bruder hat mir alles gezeigt: Hier kommst du aus dem Wasser, hier machst du die Füsse vom Sand sauber, hier geht es mit dem Rad raus, ab hier darfst du erst auf das Rad, hier kommst du wieder rein… wir hatte genügend Zeit – so konnte ich in der Theorie alles durchgehen. Dann aber zur Wettkampfbesprechung und danach zum Einschwimmen – jetzt gab es kein zurück mehr. Das Wasser war kalt genug, so das es kein Neo Verbot gab – das war für mich super…

Jetzt noch mal zurück durch die Lichtschranke für die Zeitmessung, am Strand warten (gefühlte Ewigkeit) und dann kam der Startschuss… alles lief los, nur ich wartete ab und ging hinter den schnellen erst ins Wasser – ich wollte in Ruhe beginnen. Ich fing dann gleich mit dem Kraulen an und ich hatte die ersten Meter eine super Wasserlage. Dann kamen von links, von rechts die anderen Schwimmer, einer über mich rüber, überall Wellen, Wasser geschluckt, Husten, Rhythmus verloren… ich muss ins Brustschwimmen wechseln… Oh man, so viel trainiert und dennoch nicht in der Lage zu Kraulen – es ging nicht, immer wieder versucht, Atmung zu hektisch, zu schnell. Also blieb ich im Brustschwimmen, war da auch nicht der einzige, viele sind so geschwommen wie ich. Erst zum Schluss auf der zweiten Runde kam ich langsam wieder ins Kraulen – gut, da war es dann auch ziemlich leer. Meine billige Stoppuhr zeigte mir nach verlassen der Schwimmstrecke 33:46 an – das war gar nicht so schlecht, angesichts meines katastrophalen Schwimmstils.

Mit Laufschritt in die Wechselzone und den Neo aus. Da ich noch keinen Einteiler drunter hatte, musste ich mir Radhose, Trikot und Schuhe anziehen. Mein Wechsel hatte mehrere Minuten gedauert und ich war ganz schön aus der Puste… Das Rad genommen und zum Startpunkt der Radstrecke gelaufen, aufs Rad drauf und dann klapperte noch mein Trittfrequenzsensor, dieser hatte sich in der Hektik verschoben. Also kurz angehalten, neu justiert und weiter ging es. Im Training hatte ich gute Erfahrungen mit einem Riegel gemacht, welchen ich auch jetzt dabei hatte – aber ich habe das Zeug nicht runterbekommen… es war so trocken. Also habe ich drauf verzichtet, in meinem Flaschen war auch nur reines Wasser – das sollte mir später zum Verhängnis werden. Die Radstrecke war gut und ich konnte sogar den einen oder anderen überholen. Besonders die eine Abfahrt war super, mit über 50 km/h in eine fiese Linkskurve. Das ganze zweimal und auf der einen geraden immer schön mit Gegenwind. Mit einem 30er Schnitt habe ich die Radstrecke nach 1:15:17 zu Ende gebracht.

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Rad schnell abgestellt, Laufschuhe an, Mütze auf und schon ging es weiter – der zweite Wechsel lief besser. Jetzt kam endlich meine Königsdisziplin… Die 10 km teilten sich in zwei Runden auf und ich konnte zu Beginn auf meiner ersten Runde gleich meinen Bruder überholen – allerdings war er schon auf seiner 2. Runde. Immerhin konnte ich ihn so gut motivieren das er an mir dran blieb. Zum Ende meiner 1. Runde überholte er mich nämlich wieder – ich hatte an Pace verloren, keine Kraft mehr, die Energie war leer. Ich lief jenseits der 5 min Pace und musste mich von meinem Bruder im laufen überholen lassen – und meine 2 Runde stand noch aus.

Im Ziel musste mein Bruder diesmal auf mich warten… lief aber die letzten Meter mit mir zusammen ins Ziel und schrie mich an, dass ich endlich Gas geben sollte. Aber die Kraft war weg, ich brauchte 51:43 für die knappen 10 km… Ich war fix und fertig… und habe die olympische Distanz völlig unterschätzt.

Insgesamt 2:47:26… weit an meinem Ziel vorbei – war ja dieses Jahr nichts neues.

Alles in allem aber ein lehrreicher und schöner erster Triathlon – das war bestimmt nicht mein letzter, aber vielleicht sollte ich auch mal die kurzen ausprobieren…

 

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